Links zur Systemwissenschaft
Ressourcen zu Organisationen, Projekten und Themen, die direkt oder indirekt mit der Systemwissenschaft zu tun haben und diese inhaltlich bereichern. In dieses Gebiet fallen sowohl die Ansätze zu einer allgemeinen Systemtheorie und zur Kybernetik, mathematische und informatische Grundlagen, aber auch Spezialgebiete aus vorgenannten Bereichen wie die Komplexitätstheorie oder Künstliche Intelligenz. Der Begriff Complexity Science hat in den letzten Jahren den Systembegriff teilweise ersetzt.
Systemwissenschaft
International Society for the Systems Sciences Die ISSS (1956 als 'Society for General Systems Research' u.a. von Ludwig von Bertalanffy und Anatol Rapoport gegründet) ist aufgeteilt in eine Reihe von Gruppen, die den Systemgedanken unter verschiedenen Aspekten untersuchen und ausarbeiten wollen. Dabei deckt sie ein breites Spektrum ab - von den formalwissenschaftlich bis zu den eher philosophisch orientierten Ansätzen.
Das Mekka der Complexity Science. Gegründet 1984 fand von dort aus das Paradigma der 'Komplexen Adaptiven Systeme' seine Verbreitung. Und von Santa Fe kommt das richtungsweisende Swarm Agenten Framework, das den Agentenansatz erst richtig verbreitete. Der interdisziplinäre Blick - Naturwissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Neurowissenschaft - und das inspirierende Umfeld (so berichten es dortige Forscher) sind die Quelle weitgefächerter Grundlagenforschung. Die Papers sind eine interessante und lohnenswerte Fundgrube.
Online-Buch: Allgemeine Systemtheorie
Das Buch von Anatol Rapaport von 1986 über die allgemeine Systemtheorie wurde eingescannt und von der ETHZ zur Verfügung gestellt. Leider ist der Scan nicht besonders gut (die Unibibliothek Sozialwissenschaften in der Seminarstraße hält eine gedruckte Ausgabe bereit).
New England Complex Systems Institute
Das NECSI beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten komplexer Systeme und stellt eigene Arbeiten zur Verfügung. Besonders lohnenswert sind dabei die NECSI Papers und die visuellen Modelle von Komplexität.
Mental Model Musings Eine breite Übersicht zu den Inhalten des Systemdenkens.
Academy of Mathematics and Systems Science
AMSS ist ein großes akademisches Forschungszentrum für Mathematik und Systemwissenschaft in China. Dazu gehören "Chinese Mathematics Society" und "Systems Engineering Society of China". AMSS fördert viele akademische Journale - z. B. das "Journal of Systems Science and mathematical Sciences", "Journal of Systems Science & Complexity" usw.
SOC – Science of Complexity Gemeinnütziger wissenschaftlicher Verein zur Förderung der interdisziplinären Forschung, Zusammenarbeit und Weiterbildung. Das Ziel des Vereins ist die Förderung der interdisziplinären Forschung, Zusammenarbeit und Weiterbildung auf dem Gebiet der Erforschung von Komplexität, Dynamik und Selbstorganisation im Bereich menschlicher Systeme.
Kybernetik
Principia Cybernetica Project Ein Klassiker im Netz (seit 1993 online). Das Principia Cybernetica Project (PCP) hat den Anspruch, eine umfassende Weltsicht auf der Grundlage der (evolutionären) Kybernetik und mit Hilfe der Informationstechnik zu erstellen. Zentraler Punkt des PCP ist die Metasystem Transition Theory, die eine gerichtete Weiterentwicklung von Systemen beschreibt.
Das PCP hat viele Ressourcen zum Stöbern, u.a. beherbergt es in seiner Online-Bücherei die berühmten Werke von Shannon und Ashby zur Informationstheorie und Kybernetik und stellt ein umfangreiches Wörterbuch zur Kybernetik und Systemtheorie bereit.
The Complexity & Artificial Life Research Concept Neben dem Principia Cybernetica Project ein weiterer Klassiker im Netz (seit 1996 online). Calresco bietet eine bunte, aber aufeinander abgestimmte Mischung aus Complexity Science, Alife (Künstliches Leben), Chaos und Fraktalen, Neuronalen Netzen und Selbstorganisation. Es ist der Anspruch, den Begriff des Systemdenkens mit mathematischen und informatischen Mitteln zu fundieren und dieses Wissen so zu vermitteln, daß es verstanden wird. Umfangreiche eigene Artikel bringen Themen nahe, viele Links weisen auf interessante Quellen.
Mathematik
Mathematical Modeling in a Real and Complex World Diese Seite liefert einen (leider nicht ganz vollständigen) Einblick in die mathematischen Grundlagen diskreter und kontinuierlicher Systemmodellierung. Dabei wird in nachvollziehbaren Schritten und einfachen Beispielen vorgegangen.
Eine Web-Enzyklopädie der Mathematik mit gegenwärtig mehr als 12.000 Einträgen und ständiger Aktualisierung. Sie ist ein Teil von Eric Weisstein's World of Science, einer lohnenswerten und wachsenden Sammlung von Einträgen u.a. zu Physik, Chemie und Astronomie.
Informatik
Zooland Künstliches Leben (Artificial Life, ALife) ist ein Gebiet, das mit Mitteln von Computern die Mechanismen echten Lebens nachzubilden sucht. Die meisten der Modelle sind agenten-basiert, zellular-basiert oder Hybride aus beiden. Der Bereich von ALife ist ziemlich breit: Von hübschen und lustigen Spielereien mit überraschenden Effekten bis hin zu synthetischer Chemie der Lebensbausteine reicht die Palette.
Generation5 - At the forefront of Artificial Intelligence Diese Seite ist ein netter Einstieg in die programmierende (nicht unbedingt akademische) AI-Community, und folgt man den "Friends and Affiliates", dann hat man schon eine gute Menge an Material zu sichten. Generation5 liefert Neuigkeiten aus der AI-Szene und stellt Artikel, Tutorials und Source Code zu theoretischen und praktischen Themen aus vielen Facetten der AI bereit.
Online-Buch: A New Kind of Science
Der Schöpfer von Mathematica, Stephen Wolfram, zog sich zehn Jahre zurück und überlegte, was die Welt im innersten zusammenhält. Schon zuvor an zellulären Automaten arbeitend schuf er ein Werk, das umstritten ist und für seinen "Alles vor mir ist Klassik"-Stil einige Befindlichkeiten der scientific community anrührte, das aber auf jeden Fall einen ästhetischen Genuß darstellt und inhaltlich einiges zu bieten hat. Kernaussage ist, daß sich das Universum (und jede seiner Teilmengen) im Verständnis eines zellulären Automaten betrachten liesse, wobei das Schlagwort der Computational Equivalence darauf hindeutet, daß alle Systeme komplexe Berechnungsprozesse mit meist einfachen zugrundeliegenden Rechenregeln sind. Die Idee vom Universum als Computer hingegen ist nicht neu: Konrad Zuse (der Schöpfer des ersten elektrischen Computers) formulierte 1967 seine automatentheoretische These vom Rechnenden Raum (Scan verfügbar) (Heft in der Unibibliothek Albrechtstraße vorhanden), Ed Fredkin entwarf in den 1970ern mit der digitalen Physik einen vergleichbaren Ansatz. Eine besonders lesenswerte Rezension findet sich auf der Homepage von Bard Ermentrout.
